Friday 18. May 2012

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Unser Werdegang


Nach fünf Jahren Vorbereitungszeit konnte die Lebenswelt Schenkenfelden im Juli 1999 mit ihren ersten 12 TeilnehmerInnen die Arbeit aufnehmen. Im September 1999 folgte die feierliche Einweihung des Gerstl-Hauses, im Juni 2000 jene des Wohnhauses. Im Juli 2005 wurde noch eine Werkstatt der Lebenswelt in Linz und im Februar 2008 ein neuer Wohnteil in der Hintergasse (gemeinsam mit betreubaren Wochnungen der Gemeinde Schenkenfelden) eröffnet.

Die Idee zu diesem Projekt entstand in der Gehörlosenambulanz, die 1991 gegründet worden war. Die tägliche Arbeit zeigte schon bald, dass Gehörlose und Taubblinde mit zusätzlicher Beeinträchtigung oft nur in einem für sie geeigneten Lebensraum mit adäquaten Betreuungsangeboten richtig gefördert werden können. Die Suche nach einem geeigneten Objekt für die Umsetzung begann.

Der Initiator der Lebenswelt Schenkenfelden Prim. Dr. Johannes Fellinger und seine Familie entschlossen sich, das Gerstl-Haus in Schenkenfelden für dieses Projekt entgeldlos zur Verfügung zu stellen.

Prim. Dr. Fellinger verbindet vieles mit der Gehörlosenwelt. Als Sohn des mit 16 Jahren ertaubten Künstlers Prof. Matthäus Fellinger wendete er sich schon während seines Medizinstudiums den Nöten der Gehörlosen zu. Sein Schwiegervater Prof. Helmut Berger ist ebenfalls ein ertaubter Künstler.

Erste konkrete Realisierungsschritte wurden gesetzt, als die Marktgemeinde Schenkenfelden 1995 beschloss das alte Gemeindehaus zur Verfügung zu stellen, damit dies nach Umbauarbeiten als Wohngebäude genutzt werden kann. Die Sozialabteilung des Landes OÖ unter Landesrat Josef Ackerl sicherte finanzielle Unterstützung zu. Der Spatenstich erfolgt 1997. Zu dieser Zeit begann auch die Ausbildung der künftigen gehörlosen und hörenden Mitarbeiter. Für die gehörlosen Betreuer wurde eigens eine dreijährige Fachschule für Sonderbehindertenbetreuung gegründet.

Durch Co-Finanzierung der Kulturabteilung und der Abteilung Ortsentwicklung war es möglich, das Gerstl-Haus in seinem historischen Bestand zu belassen und Teile davon auch als Museum (Krämereimuseum) der Öffentlichkeit zugängig zu machen, womit für die Behinderteneinrichtung eine Brücke zur Außenwelt geschaffen werden konnte.

Und es wird wieder gebaut! Eine neue Lebenswelt in Pinsdorf (Salzkammergut neben Gmunden) mit Arbeitsplätzen für 20 TeilnehmerInnen und Wohnungen für 12 BewohnerInnen ist in Planung.

© 2011 Barmherzige Brüder Österreich
http://www.lebenswelt.at/